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Neues von der Insel
- Hiddensee im Oktober 2012

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Hiddensee- Tagebuch (Auszüge):

Ich bin auf Hiddensee! In meinem kleinen Zimmerchen. Am Meer war ich auch schon, das stürmisch und voller Gischt unter einem pechschwarzem Himmel, überwältigend voller Sterne, brauste. 6 Tage sind mir hier gegeben, und ich will dankbar sein dafür. Bin es auch, nur rast alles im Moment so schnell dahin, und ich komm kaum hinterher! Ich hoffe, ich kann malen trotz des kalten Windes!...

...Ich hab mich in Kälte und Nässe gewagt, konnte lange nicht malen, weil es regnete, bin rumgelaufen, hab hier und da reingeguckt, am Strand, auf dem Deich gelaufen mit meinen Malköfferchen, Fotos gemacht, bis ich Hunger bekam, auf’s Klo mußte, Geld brauchte. In Vitte Geld abgehoben und eingekehrt. Leckeren Brathering süß- sauer mit Bratkartoffeln gegessen, mich aufgewärmt, Klo. Mittlerweile kam die Sonne raus, und ich konnte auf dem Deich 2 schnelle Skizzen machen, ein Sanddorn mit Feder, ein grünes Meer mit schwarz-blauem Himmel drüber und grasigem Deich davor mit Ölkreide. Dann fing’s wieder tierisch an zu regnen. Hab mich unter Bäume hinterm Deich geflüchtet. Später nochmal Regen, sodaß ich ziemlich nass und durchgefroren wieder hier ankam...

...Glücksgefühl morgens, als ich in der warmen Sonne am sanft plätschernden blauen Meer entlangfuhr...später wurd’s mal etwas kühler...aber dann schien die Sonne wieder so schön, und ich setzte mich auf eine Bank am Meer. Die See spiegelnd blau, ich mußte sie einfach malen...Als ich schon fast fertig war, fragte ein Päärchen, ob sie gucken könnten. V.a. die Frau war sehr interessiert, wir kamen ins Gespräch, und am Schluß kaufte sie mein Bild...juchuu!...Danach saß ich so da, und fand’s bißl schade, das Bild loszusein, also hab ich nochmal eins gemalt, kräftiger in den Farben, gröber auch...

Das Schönste heute war die abendliche Heimfahrt am Meer entlang mit dem unbeleuchteten Fahrrad! Das leise plätschernde und trotzdem hallende Meer in der Dunkelheit. Keine Sterne (bewölkt), aber auch nicht viel Wind (Meeresseite, Wind heut von Ost, Boddenseite) und Grillengezirp. Wunderbar! Auch sehr schön: die morgendliche Fahrt zum alten Bessin durch den Nebel, alles war pastellgrün, dann kam nach und nach die Sonne durch, beleuchtete Schafe und Kühe, hinter denen der Nebel wallte...zeltartige Gebilde aus Treibholz am Strand, hab ich gezeichnet mit Feder. Das erste ist gut, das zweite nicht so, der Wind blies mich scharf an...dann zur Dünenheide geradelt zum Malen. Auch da scharfer Wind, immer in den Nacken, bis ich’s nicht mehr aushielt...

Ein sehr schöner Tag! Dabei hatte es nachts geschüttet wie aus Eimern. Dann erwachte ein klarer Tag, allerdings mit starkem Wind, diesmal vom Meer her...packte mich der Ehrgeiz, es nochmal mit dem Malen auf der Dünenheide zu versuchen. Rad geschnappt und los, immer gegen den Wind, erst jubelnd am Meer entlang, dann angestrengt weiter inlands bis zur Heide. War ganz kaputt, als ich ankam, am selben Platz wie gestern. Aber die Malversuche brachten nicht den gewünschten Erfolg, der ständige Wind zerrte an Papier und Nerven. Da war ich kurz richtig wütend, hab noch eine schnelle Federskizze über ein grob angelegtes Aquarell gelegt und dann R. angerufen (Künstlerfreundin, die auch oft auf Hiddensee weilt, wenn ich dort bin). Ein versprochener Tee und die Aussicht auf ein geschütztes Eckchen ließen meine Wut verrauchen. Zurück wehte mich der Wind...Zusammen zum alten Bessin gefahren. Wir ließen uns bei einer Gruppe Heuballen und Bäumen nieder, und diesmal hab ich endlich ein gutes Bild gemalt von einem knorrigen Baum und den Heuballen dahinter, auf Malpappe, die konnte nicht wegwehen. Zur Belohnung gab’s einen Stop in der Bildergalerie in Grieben im Sonnenschein draußen und einer Unmenge Spatzen, die erpicht auf Sanddorntorte waren und fast bis zum Teller hüpften...spontan noch zum Meer und hab einen wunderbaren Sonnenuntergang erlebt. Das Meer war nicht mehr ganz so wild wie morgens und blau-golden mit weißer Gischt...

...Dann kam der wunderbare Heimweg am Meer entlang. Der Himmel so groß, voller heller Sterne zwischen Wolkenfetzen, das Meer rauschend in der Dunkelheit mit leuchtender Gischt und vielen blinkenden Lichtern. So hab ich mich von ihm verabschiedet. Wir sind so klein hier auf dem Erdball, es ist so ein Wunder, die Natur um uns herum, und wir wissen es nicht zu schätzen und machen es kaputt! Irgendwann wird all das Schöne und Wunderhafte fort sein, alles Geschaffene, Gewachsene, alles, was uns heute selbstverständlich vorkommt...

 

                    

 

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